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Olympus
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Das Unternehmen Olympus K.K. (jap. ăȘăȘăłăăčæ ȘćŒäŒç€Ÿ, Orimpasu Kabushiki-gaisha, engl. Olympus Corporation), gelistet im Nikkei 225, ist ein japanischer Hersteller opto-digitaler Produkte fĂŒr den GeschĂ€fts- und Freizeitbereich sowie fĂŒr Medizin, Wissenschaft und Industrie. Die Produktsparten Kameras, Audio-Recorder und FernglĂ€ser wurden im Januar 2021 als eigenstĂ€ndiges Unternehmen OM Digital Solutions ausgegliedert.cite-ref-pressemitteilung2021-4-0[4]
Contents
âą Geschichte
âą Entstehung
âą Konzernstruktur
âą Produktpalette
âą Kameras
⹠FernglÀser
âą Medical Systems
âą Mikroskopie
âą Diagnostik
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Entstehung
Am 12. Oktober 1919 grĂŒndeten der Anwalt Takeshi Yamashita und dessen Partner Shintaro Terada das Unternehmen Takachiho Seisakusho. Takachiho steht fĂŒr einen Berg in Japan, auf dessen Gipfel der japanischen Mythologie nach die Götter wohnen. Der spĂ€tere Name Olympus, den man 1921 erstmals als Markenname und ab 1949 als offiziellen Firmennamen einfĂŒhrte, wurde im Zuge der Expansion in Anlehnung an den griechischen Götterberg gewĂ€hlt, da dieser Begriff international eher bekannt war.cite-ref-5[5]
Zu den Produkten zÀhlten anfangs Mikroskope und bis 1923 auch Thermometer. 1935 wurde zur Erforschung von Kameraobjektiven das Mizuho Optical Research Center eröffnet.
Internationale Expansion und Erweiterung des medizinischen Sektors
Ab den 1960er-Jahren folgten weltweit sukzessive UnternehmensgrĂŒndungen, darunter die Europazentrale Olympus Europa GmbH (1963), die Nordamerika-Zentrale Olympus Corporation of America (1968) und diverse weitere regionale Zweigniederlassungen, zuletzt Olympus Belgium (2004).
Mit dem Hamburger Hersteller fĂŒr minimalinvasive Endoskopie-Systeme, Winter & Ibe, wurde 1975 ein Forschungs- und Entwicklungsvertrag abgeschlossen. Die beiden Unternehmen kooperierten fortan, 1979 beteiligte sich Olympus schlieĂlich mehrheitlich an dem Unternehmen, das fortan als Olympus Winter & Ibe GmbH firmierte. Damit wurde die Grundlage des Olympus Surgical Business geschaffen.
Seit 1978 gehört der britische Medizintechnik-Anbieter Keymed Ltd. zur Olympus-Gruppe, ein Jahr spÀter auch Son Ciné Optique Photo S.A. in Frankreich.
Mit dem Hersteller von Medizintechnik, Ethicon Endo Surgery, kam es 1992 zu einer strategischen Allianz. 1993 schloss sich die Flemming GmbH der Olympus-Gruppe an. Die Olympus Diagnostica GmbH, ein Anbieter von DiagnosegerĂ€ten in Umkirch, wurde 1994 gegrĂŒndet, d. h. im selben Jahr wie die in Hamburg ansĂ€ssige Olympus Software Europe GmbH. Ebenfalls in Hamburg grĂŒndete man 1996 das Dienstleistungsunternehmen Olympus Endo-Repair Europe GmbH. Die Olympus Medical Care Kft. wurde 2000 in Ungarn gegrĂŒndet. In Planegg grĂŒndete man 2001 die Olympus BioSystems GmbH, einen Hersteller von bildgebenden Systemen fĂŒr biologische Anwendungen. In 2004 erfolgte eine Mehrheitsbeteiligung an der Celon AG.
2005 ĂŒbernahm Olympus die Advalytix AG, ein Biotechnologie-Unternehmen. AuĂerdem erfolgte unter dem Dach der Olympus Europa Holding GmbH eine Neuorganisation von Olympus Europa. Die Holding erhielt 2006 einen Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Winter.
Im Jahre 2007 ĂŒbernahm Olympus den britischen Medizintechnikhersteller Gyrus ACMI, und es wurde das Forschungs- und Entwicklungszentrums Olympus Life Science Research Europa GmbH eröffnet. Im folgenden Jahr folgte die Eröffnung des Olympus Medical Training Centre bei der Olympus Winter & Ibe GmbH. Die Firma Beckman Coulter ĂŒbernahm 2009 die Olympus Diagnostic GmbH.
Bilanzskandal 2011 und Neuorientierung des Konzerns ab 2020
Zu einem Skandal kam es 2011, als der CEO Michael Woodford unternehmensintern die Bilanzierung des Unternehmens kritisierte und daraufhin entlassen wurde. Daraufhin veröffentlichte Woodford seine Erkenntnisse und in der Folge musste das Unternehmen BilanzfĂ€lschungen einrĂ€umen.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] In der Folge leitete die Tokioter Polizei Ermittlungen ein, um dem Vorwurf der Verheimlichung von Verlusten bei WertpapiergeschĂ€ften aus den 1990er-Jahren nachzugehen. Es kam heraus, dass ĂŒber mehr als ein Jahrzehnt Anlageverluste von 117,7 Milliarden Yen (1,17 Milliarden Euro, Stand 2012) in der Bilanz verschleiert wurden.cite-ref-heise-sony-8-0[8] Der ehemalige Unternehmenschef Tsuyoshi Kikukawa, ein BuchprĂŒfer und ein Topmanager gestanden die Taten vor Gericht.cite-ref-9[9] Das Unternehmen geriet in eine Krise, 2012 erwarb Sony ein gröĂeres Olympus-Aktienpaketcite-ref-heise-sony-8-1[8] und war mit 11,46 % Stimmrechtsanteil wichtiger AktionĂ€r.cite-ref-10[10] Sony reduzierte den Anteil spĂ€ter auf 5 %.cite-ref-wallstreet-2019-11-0[11]
Nachdem Olympus 2019 sein 100-jĂ€hriges FirmenjubilĂ€um gefeiert hatte, wurde am 24. Juni 2020 verlautbart, dass sich Olympus von seiner Kamerasparte trennen will. Im September 2020 wurde ein Vertrag mit Japan Industrial Partners (JIP) geschlossen, der die AusgrĂŒndung der Produktsparten Kameras, Audio-Recorder und FernglĂ€ser als eigenstĂ€ndiges Unternehmen OM Digital Solutions regelte.cite-ref-12[12]cite-ref-heise2020-13-0[13] Die Entscheidung wurde damit begrĂŒndet, dass die Kamerasparte dem Konzern drei Jahre in Folge Verluste einbrachte und zu diesem Zeitpunkt nur noch zu 5 Prozent des Konzernumsatzes beitrug. KĂŒnftig wolle Olympus sich fast ausschlieĂlich auf medizinische AusrĂŒstung konzentrieren.cite-ref-14[14] Im September 2019 hatte Sony seinen Rest-Anteil verkauft.cite-ref-wallstreet-2019-11-1[11]
Am 1. Januar 2021 wurden 95 % der Anteile an OM Digital Solutions an die OJ Holdings, Ltd ĂŒbertragen, eine eigens dafĂŒr gegrĂŒndete Tochter von JIP. Die restlichen 5 % blieben im Besitz von Olympus.cite-ref-pressemitteilung2021-4-1[4]
Konzernstruktur
Die Konzernzentrale befindet sich in Shinjuku, Tokio, wĂ€hrend die Hauptzentrale fĂŒr den amerikanischen Kontinent in den USA in Center Valley, Pennsylvania, liegt. Die Europa-Zentrale befindet sich in Hamburg, Deutschland.
Olympus in Europa
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2012
In Europa werden die GeschĂ€fte von der 100-prozentigen Tochter Olympus Europa SE & Co. KG mit Sitz in Hamburg gefĂŒhrt.cite-ref-15[15] Unter dem Dach der Holding sind folgende Unternehmen vereint: Olympus Deutschland GmbH, Olympus Imaging Europa GmbH, Olympus Soft Imaging Solutions GmbH, Olympus Medical Systems Europa GmbH und die Olympus Winter & Ibe GmbH.
Seit dem 1. April 2010 hat Olympus seine Medizinprodukt-Bereiche fĂŒr minimalinvasive Diagnostik und Therapie in Europa unter der Dachmarke Olympus Surgical Technologies Europe gebĂŒndelt. Dazu gehören die Unternehmen: Olympus Winter & Ibe GmbH, die Celon AG, Olympus Medical Products Czech SPOL. S.R.O.cite-ref-16[16] Zum 1. Januar 2011 folge die Gyrus Medical GmbHcite-ref-17[17] unter dieses Dach und zum 1. April 2011 folgte Olympus Surgical UK.cite-ref-18[18]
DarĂŒber hinaus ist Olympus in fast allen europĂ€ischen LĂ€ndern mit Vertriebs-, Service- und Produktionsgesellschaften vertreten.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Die ungefĂ€hr 4500 Mitarbeiter der Olympus-Europa-Gruppe â mehr als 1500 sind davon in Hamburg tĂ€tig â erwirtschafteten im GeschĂ€ftsjahr 2012/13 einen Umsatz von 1,413 Milliarden Euro.cite-ref-struktur-21-0[21]
Produktpalette
Zum Produktportfolio von Olympus gehören analoge sowie digitale Kameras wie die Olympus OM-D E-M1 und andere Kameras im Micro-Four-Thirds-Standard. Daneben bietet Olympus starre sowie flexible Endoskope fĂŒr Medizin und Industrie, Mikroskope sowie High-Speed-Video und NDT-GerĂ€te und ist marktfĂŒhrend im Bereich digitaler DiktiergerĂ€te.
Kameras
Kleinbildkameras
Sucherkameras
Olympus stieg 1936 mit der âSemi-Olympus Iâ in den Fotomarkt ein.cite-ref-22[22] Bei diesem Modell handelte es sich um eine Balgenkamera fĂŒr 120er-Rollfilm mit einem Zuiko-75/1:4,5-Objektiv. Letzteres war bei dieser Kamera noch die einzige Entwicklung aus dem Haus Olympus. GehĂ€use und Verschluss kamen noch von anderen Herstellern. Zwei Jahre spĂ€ter erschien die komplett eigenstĂ€ndig entwickelte âSemi-Olympus IIâ. Zu den 6 Ă 6-Rollfilmformat-Kameras gehörten auch die Modelle der Olympus-Six-Serie â von denen zwischen 1939 und 1955 acht verschiedene Modelle produziert wurden â sowie die zweiĂ€ugigen Spiegelreflexkameras der Flex-Serie (fĂŒnf Modelle, 1952â1956).cite-ref-23[23]
1948 stellte das Unternehmen mit der Olympus 35 I seine erste 35-mm-Kamera auf dem japanischen Markt vor. Sie war kompakt, leicht und erlaubte Aufnahmen in schneller Folge, wodurch sie bald den Beinamen âPickpocketâ erhielt, da sie ihre Arbeit so schnell wie ein Taschendieb (engl. pickpocket) verrichtete. Zu den 35-mm-Modellen gehörten spĂ€ter auch spezielle Weitwinkelkameras â zum Beispiel mit eingebautem Belichtungsmesser, Wechselobjektiven, Belichtungsautomatik, Autofokus, eingebautem Blitz, wetterfestem GehĂ€use, zwei wechselweise einschaltbaren Objektiven (Weitwinkel und Tele), Quarzdatum, wĂ€hlbarem Panoramamodus und vielen anderen Eigenschaften. Zum Teil handelte es sich dabei um Weltneuheiten.
Olympus schuf mit den Sucherkameras der Modellreihen Trip und PEN (fĂŒr Halbformat) einige der am lĂ€ngsten produzierten Kamerareihen ĂŒberhaupt. Einer der wichtigsten Entwickler der PEN-Reihe war Yoshihisa Maitani (1933â2009). Mit der bekannten XA-Reihe (XA1, XA, XA2, XA3 und XA4) brachte Olympus eine kompakte, gut gestaltete Sucherkamera mit guten technischen Eigenschaften und KunststoffgehĂ€use auf den Markt, die als eine der ersten modernen Serienkameras einen fest angebauten und damit unverlierbaren Schutzschieber besaĂ, der nicht nur das Objektiv schĂŒtzte, sondern zugleich erst beim Ăffnen die Belichtungsmessung aktivierte und den Auslöser freigab.
Bemerkenswert waren auch die Objektive selbst, die â angesichts ihrer hervorragenden optischen Eigenschaften und LichtstĂ€rke â sehr kurz und kompakt gebaut waren. Dadurch blieben sie auch in aufnahmebereiter Position mit der Frontlinse merklich hinter der vom Objektivschieber und seinem GegenstĂŒck gebildeten Ebene und waren so bis zu einem gewissen Grad gegen mechanische Angriffe und Streulicht geschĂŒtzt.
Ein Blitz wurde serienmĂ€Ăig mitgeliefert und konnte per Gewindeschraube seitlich am KameragehĂ€use angebracht werden. Die weit von der optischen Achse des Objektivs entfernte Positionierung fĂŒhrte dazu, dass die Ausleuchtung fĂŒr eine Kompaktkamera recht plastisch war und die lĂ€stigen roten Augen zuverlĂ€ssig verhindert wurden.
Als Nachfolger der XA-Modelle wurde 1991 die ”-1 mit Autofokus, integriertem Blitz und motorischem Filmtransport eingefĂŒhrt. Ebenfalls 1991 wurde die Olympus Ecru, ein auf weltweit 20.000 StĂŒck limitiertes Sondermodell, in auĂergewöhnlichem Design herausgebracht (davon 10.000 StĂŒck fĂŒr den japanischen Markt). Die Ecru ist eine vollautomatische Kompaktkamera mit 35-mm-Objektiv. 1997 erschien die ”[mju:]-II- (mit einem Zuiko 35/2,8, das zum Transport im KameragehĂ€use versenkt und erst beim Auslösen in seine SchĂ€rfeposition ausgefahren wurde) und seit 2002 verschiedene ”[mju:]-III-Modelle. Die ”[mju:] ist mit 25 Millionen StĂŒck heute die weltweit meistverkaufte Kompaktkamera fĂŒr 35-mm-Film.
Spiegelreflexkameras
Die erste Spiegelreflexkamera von Olympus war die Pen F 1:1.8 (1963), eine sehr kompakte Halbformatkamera mit Porro-Spiegelsucher und Rotationsverschluss, der das Blitzen mit jeder beliebigen Belichtungszeit ermöglichte.
Als letztes Modell der Systemkamerareihe mit elektronischem Verschluss kam die OM-4 Ti auf den Markt. Bei den Kameras mit mechanischem Verschluss war dies die OM-3 Ti, die von 1995 bis 2002 verkauft wurde. Zu den besonderen Merkmalen zÀhlten das hochentwickelte Blitzsystem, mit dem erstmals Vollsynchronblitzen mit Schlitzverschluss bis 1/2000 s möglich wurde, und das Makroblitzzubehör. Die letzte OM-Kamera (Nichtsystemkamera), die OM-2000, kam 1997 auf den Markt.
Beide Serien (Pen und OM) wurden von Yoshihisa Maitani konstruiert, der 1992 mit dem PMA Hall of Fame Award geehrt wurde.
Die fĂŒr die OM-Serie entwickelten Zuiko-Objektive können mit einem OM-Adapter auch an die digitalen Spiegelreflexkameras der E-Serie angeschlossen werden.
Neben Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven entwickelte Olympus auch analoge Kleinbildkameras, sogenannte Bridgekameras in einer IS-Serie. Diese Olympus-Modelle tragen die Bezeichnung iS-1000 und iS-3000; letztgenannte Kamera wurde im Jahr 1992 auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um Spiegelreflexkameras mit halb durchlĂ€ssigem Spiegel, fest eingebautem Blitz und ebenfalls fest verbautem und in das GehĂ€use integriertem Zoom-Objektiv. Die Objektive der beiden Kameramodelle weisen eine LichtstĂ€rke von 1:4.5â5.6 und eine Brennweite von 35â180 mm auf, wobei diese Objektive allerdings im Gegensatz zu den meisten OM-Modellen ĂŒber Autofokus verfĂŒgen.
Digitalkameras
Digitalkameras fĂŒr GeschĂ€ftskunden
Nachdem Olympus einige Digitalkamera-Prototypen vorgestellt hatte, fing man 1993 mit der Vermarktung von Digitalkameras fĂŒr das GeschĂ€ftskundensegment an. Olympus verwendete dabei die hausinterne Marke DELTIS. Die Olympus Deltis VC-1000 war somit 1993 die erste Digitalkamera, die Olympus vermarktete.cite-ref-24[24] Sie verfĂŒgte ĂŒber einen CCD-Bildsensor mit 0,38 Megapixel und hatte einen internen Speicher von 2 Megabyte. Auf dieses Modell folgten noch fĂŒnf weitere Modelle: VC-1000 II, VC-1100, VC-1100 II, VC-1100 HS und VC-1100 HS PV. Die Besonderheit dieser Kameras bestand in der Möglichkeit, dass man sie direkt an einem Modem oder einem Mobilfunktelefon anschlieĂen und Bilder ĂŒbertragen konnte.
Digitale Kompaktkameras
Mit der CAMEDIA (CAMERA DIGITAL) C-400 und C-400L stieg Olympus 1996 in die Kompaktklasse der Digitalkameras ein. Sie boten mit ihren 1â3-Zoll-CCD-Sensoren eine Auflösung von 640 Ă 480 Pixeln und besaĂen ein 36-mm-Objektiv (bezogen auf 35-mm-Kameras).cite-ref-25[25] 2003 erschien die ”-10 DIGITAL. Die geschwungenen Linien ihres wetterfesten MetallgehĂ€uses hatte sie von ihren analogen VorgĂ€ngerinnen ĂŒbernommen. Das Design der ”-Digitalkameras hat sich im Laufe der Jahre teilweise gewandelt, geblieben ist aber ihre PopularitĂ€t dank ihrer nach wie vor einfachen Handhabung. Alle Kameras haben ein wetterfestes GehĂ€use. Die ”-tough-(SW)-Modelle sind sogar zwischen drei und zehn Meter wasserdicht und auĂerdem stoĂfest. Die SP-Serie mit den UltraZoom-Kameras bietet starke Tele- beziehungsweise Weitwinkel-Teleobjektive.cite-ref-26[26]
Der Begriff CAMEDIA wurde bis ins Jahr 2004 fĂŒr alle Digitalkameras von Olympus (auĂer ”) verwendet. Der Name fast aller Kompaktkameras begann mit C-, gefolgt von einer Nummer. Damit der Kunde schneller die optimal zu ihm passende Kamera finden konnte, wurden ab 2005 neue Bezeichnungen eingefĂŒhrt: FE (Kategorie: âEasyâ), SP (âCreativeâ) und ” (âStylishâ).cite-ref-27[27]
Digitale Spiegelreflexkameras
Zwischen 1997 und 2001 brachte Olympus mehrere digitale Spiegelreflexkameras (D-SLR) mit festem Objektiv heraus â angefangen mit der C-1400 (1997) bis zur E-20P (2001). Diese Bridgekameras konnten mit optischen und technologischen Eigenschaften aufwarten, die zu diesem Zeitpunkt nur in weitaus teureren D-SLRs anderer Hersteller zu finden waren. Eine Besonderheit stellte die E-100RS dar. Sie verfĂŒgte ĂŒber ein 10-fach-Zoom (38â380 mm bei einer 35-mm-Kamera, inklusive Digital-Super-Tele bis zu 1026 mm), einen optischen Bildstabilisator und eine Pre-Capture-Funktion (die Kamera beginnt bereits Aufnahmen zu machen, wenn der Auslöser halb heruntergedrĂŒckt wird). Zudem konnte sie Serienaufnahmen mit bis zu 15 Bildern/Sekunde machen â was damals einzigartig war. Sie eignet sich daher optimal fĂŒr Sport- und Actionaufnahmen.cite-ref-28[28]
Den Markt der digitalen SLRs mit Wechselobjektiven betrat Olympus verglichen mit anderen Kameraherstellern â Kodak 1991, Nikon/Fujifilm 1994,cite-ref-29[29] Minolta, Canon 1995 â relativ spĂ€t:
Im Jahr 2003 erschien die professionelle D-SLR Olympus E-1, die weltweit erste Kamera nach dem gemeinsam mit Kodak entwickelten Four-Thirds-Standard. Alle Kameras des Olympus-E-Systems sowie die ZUIKO-DIGITAL-Objektive basieren auf diesem speziell fĂŒr die digitale Spiegelreflexfotografie entwickelten Standard. Olympus fĂŒhrte Neuerungen ein, von denen einige anfangs als zwar werbewirksam, aber insbesondere fĂŒr die professionelle SLR-Fotografie ĂŒberflĂŒssig angesehen wurden. Mittlerweile wurden sie aber von fast allen Herstellern ĂŒbernommen. Hierzu zĂ€hlt die in die Kamera integrierte automatische Sensorreinigung (Supersonic Wave Filter) sowie ab der E-330 die von Kompaktmodellen bekannte Live-View-Vorschau direkt auf dem LC-Display der Kamera.cite-ref-30[30]
Die letzte D-SLR von Olympus war die 2010 erschienene E-5. Offizieller Nachfolger ist die spiegellose OM-D E-M1cite-ref-31[31], eine Micro-Four-Thirds-Kamera, an der â per Adapter â auch alle Four-Thirds-Objektive ohne EinschrĂ€nkungen einsetzbar sind. Damit hat Olympus die Produktlinien D-SLR und Micro Four Thirds vereint.
Ăbersicht ĂŒber Olympus D-SLRs
âą CAMEDIA C-1400/-Serie ab 1997
âą CAMEDIA C-2500L 1999
âą CAMEDIA E-10 2000
âą CAMEDIA E-100RS 2000
âą CAMEDIA E-20 2001
âą E-1 â 2003
âą E-300 â 2004
âą E-500 â 2005
âą E-330 â 2006
âą E-400 â 2006
âą E-410 â 2007
âą E-510 â 2007
âą E-3 â 2007
âą E-420 â 2008
âą E-520 â 2008
âą E-620 â 2009
âą E-600 â 2009
âą E-450 â 2009
âą E-5 â 2010
Systemkamera mit Micro-Four-Thirds-Standard
Mit den E-M-, E-P-, E-PM- und E-PL-Modellen bietet Olympus seit 2009 als zweiter Hersteller nach Panasonic Corporation Kameras fĂŒr das digitale Kamerasystem Micro Four Thirds an. Die SensorgröĂe dieses Systems betrĂ€gt 17,3 Ă 13 Millimeter, wie bei den Olympus-Spiegelreflexkameras des Olympus E-Systems im Four-Thirds-Standard. Von anderen Spiegelreflexkameras, gewöhnlich mit einem Sensor der GröĂe APS-C (etwa 23,6 Ă 15,8 Millimeter, bei Canon etwa 22,2 Ă 14,8 Millimeter) oder Kleinbild (etwa 36 Ă 24 Millimeter), unterscheidet sie insbesondere der Verzicht auf den Schwingspiegel und das dadurch verringerte AuflagemaĂ (20,0 mm statt 38,85 mm bei Four-Thirds). Dadurch können GröĂe und Gewicht der Kameras sehr gering gehalten werden (etwa vergleichbar mit Bridgekameras). AufnahmequalitĂ€t und FlexibilitĂ€t (Wechselobjektive) entsprechen dagegen der einer SLR-Kamera. Die Kameras bieten auch Videofunktion in HD-QualitĂ€t.
Diktier- und Audio-Recorder
Zum Produktsortiment gehören nach wie vor analoge DiktiergerĂ€te mit der von Olympus entwickelten Mikrokassette. Diese Reihe wird seit Jahren ergĂ€nzt um digitale DiktiergerĂ€te. Diese haben einen höheren Bedienkomfort: Sie bieten mehrere Ordner zum Speichern von Dateien an, so dass der Anwender seine Aufzeichnungen leicht nach Themen oder Aufgaben sortieren kann. Einige lassen sich problemlos an Computer anschlieĂen oder als MP3-Player nutzen.cite-ref-34[34] Professionelle GerĂ€te können mit Transkriptionskits fĂŒr das schnelle Erstellen von Abschriften ausgestattet werden.
Neu sind Linear-PCM-Recorder. So bietet Olympus seit dem FrĂŒhjahr 2008 mit dem LS-10 einen Audio-Recorder an, der mit einer Abtastrate von bis zu 96 kHz/24 bit im unkomprimierten PCM-Format aufzeichnet und sich daher auch fĂŒr hochwertige Musikaufnahmen eignet.cite-ref-35[35]
FernglÀser
Olympus ist Hersteller von FernglĂ€sern fĂŒr den Profi- und Freizeitbereich. Je nach Beobachtungssituation bietet das Unternehmen mehrere Modellreihen an, die sich durch unterschiedliche Leistungsmerkmale auszeichnen. Beispielsweise sind die Produkte der Maritim-Serie bis zu einer Tiefe von fĂŒnf Metern wasserdicht. Andere FernglĂ€ser, wie das 10Ă21 RC I oder das 8Ă21 RC I, sind sehr kompakt und leicht und passen in eine Jackentasche. Sie eignen sich daher selbst als Opernglas.
Medical Systems
Die Medical Systems Division fĂŒr die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Produkten und Systemlösungen fĂŒr die Medizintechnik ist noch vor dem deutlich bekannteren Kamerasegment der gröĂte GeschĂ€ftsbereich von Olympus.cite-ref-36[36] 1950 stellte Olympus die weltweit erste Gastrokamera vor und setzte damit einen Meilenstein in der FrĂŒherkennung des Magenkrebses. Zu den jĂŒngeren Entwicklungen gehört die EndoCapsule.cite-ref-37[37] Dabei handelt es sich um ein Kapselendoskop, das vom Patienten wie eine Tablette geschluckt wird und mit dem Mediziner anhand detailgenauer Makroaufnahmen in der Lage sind, den schwer zugĂ€nglichen DĂŒnndarm prĂ€zise zu untersuchen. Mit 4 g und 2,3 cmÂł ist EndoCapsule eine der kleinsten Kameras der Welt.cite-ref-38[38]
Das umfangreiche Produktsortiment umfasst neben starren und flexiblen Endoskopen, die unter anderem in der Krebsvorsorge und der minimalinvasiven Therapie eingesetzt werden: Endoskopie- und Ultraschallsysteme fĂŒr die gastroenterologische Diagnostik und Therapie, endochirurgische Instrumente fĂŒr Bronchoskopie, Urologie, Chirurgie, GynĂ€kologie, OrthopĂ€die und weitere Disziplinen der chirurgischen Endoskopie sowie Systeme zur Wiederaufbereitung.
FĂŒr moderne Endoskopie im digitalen Zeitalter steht das endoskopische Videosystem EVIS EXERA II.cite-ref-39[39] Es liefert hochaufgelöste Bilder in 1080i HDTV, die feinste Strukturen gestochen scharf abbilden. Hierbei kommen bildverarbeitende Verfahren wie Narrow Band Imaging (NBI) sowie Photo Dynamic Diagnosis zur Kontrastanhebung zum Einsatz. Im Gegensatz zu frĂŒher, als die diversen medizinischen Fachgebiete alle ein anderes endoskopisches System benötigten, ist EVIS EXERA II fĂŒr zahlreiche diagnostische und therapeutische Anwendungen in der Gastroenterologie, Bronchoskopie und in vielen Feldern der chirurgischen Endoskopie einsetzbar.cite-ref-40[40]
Weiterhin bietet Olympus ENDOBASE, ein System zur Erfassung, Auswertung und Distribution der gewonnenen Bild- und Patientendaten, sowie das endoskopische Kontrollsystem EndoALPHA.cite-ref-41[41] Es integriert sÀmtliche endoskopischen GerÀte und Komponenten zu einem komplett ausgestatteten Operationssaal und gestattet dem medizinischen Personal, sÀmtliche Informationen stÀndig im Blick zu haben.cite-ref-42[42]
Mikroskopie
Neben Zeiss, Leica Microsystems, Nikon und Keyence gehört Olympus, das seit 1919 in diesem Bereich tĂ€tig ist, zu den bekanntesten Anbietern hochwertiger Mikroskopiesysteme fĂŒr RoutineeinsĂ€tze und Forschungsaufgaben.
Zum Angebot gehören aufrechte und inverse Mikroskope, Stereomikroskope und Lichtquellen, Metrologie-Systeme, Imaging-Systeme â darunter Komplettlösungen fĂŒr das Live-Cell-Imaging â, Makro-Fluoreszenzmikroskope, TIRFM-Systeme, konfokale Mikroskope, Mikrodissektionssysteme, Screening-Stationen sowie Lösungen fĂŒr die virtuelle Mikroskopie. Zu den sicherlich wichtigsten Neuheiten der jĂŒngsten Zeit gehört das Biolumineszenz-Mikroskop (BLM) LV200 LuminoView fĂŒr das Langzeit-Imaging lebender Zellen. Es ist das erste im Handel erhĂ€ltliche Lumineszenz-Mikroskop, mit dem sich die komplette Versuchsumgebung kontrollieren lĂ€sst. Es produziert eine deutlich höhere SignalstĂ€rke als herkömmliche Systeme, erlaubt den Einsatz stark vergröĂernder Objektive und liefert damit eine sehr gute Einzelauflösung.
Industrielle Anwendung
FĂŒr die zerstörungsfreie Inspektion von Motoren, Turbinen, industriellen Anlagen, Rohrleitungssystemen oder schwer zugĂ€nglichen HohlrĂ€umen bietet Olympus eine Reihe von industriellen Endoskopen fĂŒr die schnelle und prĂ€zise Analyse an. Dazu gehören Videoskope, Fiberskope und Boreskope.
Zu den neusten Entwicklungen von Olympus gehört unter anderem das Videoskopsystem IPLEX FX. Es wurde fĂŒr die verschiedensten Inspektionsanwendungen konzipiert und ist trotz seiner robusten Bauweise relativ leicht (6,4 kg in Vollausstattung). Zu seinen Besonderheiten gehört, dass es ohne LĂŒfter betrieben wird. Auf diese Weise wird vermieden, dass Feuchtigkeit oder Fremdkörper ins Innere des GerĂ€tes eindringen können.
Ebenfalls Teil des Industrial-Sortiments sind GerĂ€te zur zerstörungsfreien WerkstoffprĂŒfung (NDT) und digitale Hochgeschwindigkeitskameras fĂŒr die Aufzeichnung extrem schnell ablaufender Prozesse (Crashtests, ballistische PrĂŒfungen etc.). i-SPEED3 von Olympus ist zum Beispiel in der Lage, bis zu 150.000 Bilder pro Sekunde aufzunehmen.cite-ref-43[43]
Olympus Life Science Research Europa GmbH (OLRE)
Globales Forschungs- und Entwicklungszentrum fĂŒr den Bereich Life Science ist die im Oktober 2007 in MĂŒnchen eröffnete Olympus Life Science Research Europa GmbH. Das Unternehmen fasst hier Forschung, Entwicklung und Produktion fĂŒr die Bereiche In-vitro-Diagnostik, Laborautomation und Molekular-Biologie sowie Teile von digitaler Bildverarbeitung und Applikation in der Mikroskopie an einem Standort zusammen. Das Unternehmen wurde als Teil der Diagnostiksparte an Beckman Coulter verkauft.
Diagnostik
Olympus war ab 1971 Anbieter von Analysesystemen und Reagenzien fĂŒr klinische Labore. Zum Angebot gehörten unter anderem Analyser fĂŒr die klinische Chemie und Immunchemie (Modelle der AU-Serie), Systeme fĂŒr die Laborautomation und Workflow-Optimierung prĂ€- und postanalytischer Arbeitsprozesse (Labormanagement-System OLA2500 in verschiedenen Konfigurationen) sowie Mikrotiterplatten-Systeme fĂŒr die Blutgruppen-Serologie (PK7300), Elektrophorese-GerĂ€te (Hite320) und Datenmanagement-Systeme fĂŒr die Organisation und Verwaltung von Labordaten (dataWizard).
Zu den neusten Modellen in diesem Segment gehörten das Hochleistungssystem AU3000i fĂŒr die Immunchemie mit 240 Testergebnissen pro Stunde und der AU-CONNECTOR (Probenmanagementsystem fĂŒr klinische und Immunchemie).
GerĂ€te und Reagenzien fĂŒr die Lebensmittelanalytik gehörten ebenfalls zum Produktportfolio.cite-ref-44[44]
Im Februar 2009 beschloss man, sich aus der Diagnostikbranche ganz zurĂŒckzuziehen und die Sparte an Beckman Coulter (einen US-amerikanischen Mitbewerber) fĂŒr 735 Millionen US-Dollar zu verĂ€uĂern. Die Ausgliederung erfolgte zum 2. August 2009.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
Weblinks
Commons
: Olympus
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą olympus.de â offizielle deutsche Website von Olympus
Einzelnachweise
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cite-note-99. â Olympus: Ex-Chef bekennt sich schuldig auf heise.de vom 25. September 2012.
cite-note-1010. â spiegel.de vom 28. September 2012, Sony investiert halbe Milliarde in Olympus, abgerufen am 22. November 2020.
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